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Wohnen · 11 Min Lesezeit

Mieten oder kaufen: die ehrliche Rechnung

Warum die Antwort nicht immer „kaufen" lautet. Eine Methode, die Emotion und Mathe trennt.

Plangenial Redaktion 24. März 2026 11 Min Lesezeit
Mieten oder kaufen: die ehrliche Rechnung

Die emotionalste Geldfrage in Deutschland. Mieten ist wegwerfen, sagt die eine Seite. Kaufen ist Selbstbetrug, sagt die andere. Beide haben recht, beide haben unrecht. Eine Methode, Emotion und Mathe zu trennen.

01 Die wahren Kosten beim Kauf

Ein Hauspreis von 500.000 € sind nicht 500.000 €. Plus Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %), Notar (2 %), Makler (3,57 %), Renovierung, schnell sind es 60.000 € extra. Plus monatliche Instandhaltungsrücklage (1 % des Werts pro Jahr = 5.000 €). Plus Kreditzinsen über 20–30 Jahre.

Faustformel Kaufnebenkosten

Rechne immer mit 12 % Nebenkosten on top des Kaufpreises. Bei 500.000 € sind das 60.000 €, die direkt weg sind.

02 Die wahren Kosten beim Mieten

Miete ist scheinbar einfach: monatlich zahlen, fertig. Aber: Mieten steigen über die Jahre. Eine 1.500 €-Miete heute ist in 25 Jahren bei 2 % Inflation rund 2.460 €. Über die gesamte Mietzeit summiert sich das.

03 Die Vergleichsrechnung

Statt Bauchgefühl: setze beide Szenarien in eine Tabelle. Beim Kauf: Eigenkapital + Tilgung + Zinsen + Nebenkosten + Instandhaltung. Beim Mieten: Miete + die ETF-Rendite, die du auf das nicht ausgegebene Eigenkapital bekommst.

Hidden Champion: ETF-Rendite

Wer 100.000 € Eigenkapital hat und nicht kauft, kann das Geld in einen ETF stecken. Bei 7 % Rendite werden daraus in 25 Jahren rund 542.000 €. Diesen "verpassten Gewinn" muss man beim Kauf gegenrechnen.

04 Der emotionale Faktor

Eigentum gibt Sicherheit, Gestaltungsspielraum, ein Zuhause. Das ist real und zählt. Aber: es zählt nicht in Euro. Wer sich ehrlich fragt, ob ihm Eigentum 50.000 € extra wert ist, hat schon gewonnen.

Zusammenfassung

Take-Aways.

  • Kauf-Nebenkosten: 12 % on top, direkt verloren.
  • Mieten + ETF-Sparplan kann finanziell besser sein als Kauf.
  • Tabelle aufstellen, beide Szenarien 25 Jahre durchrechnen.
  • Emotionale Seite ist real, aber nicht in Euro messbar.

Bilder erzählen oft mehr als ein Absatz Text. Was du oben siehst, ist nicht inszeniert: So sehen unsere Beratungsgespräche tatsächlich aus. Zwei Menschen, ein konkretes Geld-Thema, viel Papier, einige offene Fragen. Wer einmal eine plangenial-Beratung mitgemacht hat, kennt diesen Rhythmus zwischen Verstehen und Rechnen, zwischen Bauchgefühl und Tabelle.

Wer das Thema noch tiefer verstehen will, findet in unserem Podcast die Langform. 30 bis 60 Minuten Zeit für Beispiele, Hörerfragen und ehrliche Diskussion zwischen Lia und Maik. Wir machen das nicht, um Reichweite aufzubauen, sondern weil wir glauben, dass Geld-Wissen in Deutschland öffentlich zugänglich gehört. Ohne Provisionsdruck, ohne Affiliate-Links, ohne dass am Ende ein Produkt verkauft wird.

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Vertiefend im Podcast

Hör die passende Folge: „Der Zinseszinseffekt"

Veröffentlicht am 24. März 2026 · 17:30 · Albert Einstein soll ihn das achte Weltwunder genannt haben. Wir rechnen vor, wie aus 100 € im Monat über 30 Jahre rund 100.000 € werden, ohne Hexerei, nur Mathematik.

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PG
Über die Autor:innen

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